Demo in Gedenken an Christy Schwundeck// Frankfurt a M// 18.06.2011// 14h// Redebeitrag von Reclaim Society

Wir sind eine Gruppe Studierender aus Berlin und Potsdam die theoretisch und praktisch zu Themen wie Rassismus, Asyl und Migration arbeiten.

Uns hat die Nachricht von der Erschießung Christy Schwundecks sehr geschockt und unglaublich wütend gemacht. Dies steht jedoch in einer bestimmten Linie – Mariame Saar, Dennis J., Dominique Koumadiou, Laya Condé, Oury Jalloh, Christy Schwundeck… der tödliche Rassismus der deutschen Polizei ist seit langem bekannt, wird in regelmäßigen Abständen unter Beweis gestellt und von Regierung und Justiz toleriert.

Wir verurteilen Christy Schwundecks Erschießung aufs Schärfste, fordern eine umfassende Aufklärung der Todesumstände und die Bestrafung der Täterin und Mittäter_innen! Wieder mal haben die Bullen geschossen und schreien hinterher Notwehr! Sie benutzen die altbekannte Strategie sich selbst als Opfer der Situation darzustellen und damit von ihrer Täter_innenschaft abzulenken!

“Notwehr” trifft nicht mal juristisch zu: Notwehr ist eine notwendige Abwehrhandlung bei Gefahr. Wichtig dabei ist die Stärke und Gefährlichkeit der Aggressor_in. Selbst wenn Christy Schwundeck ein Messer hatte und Bullen ‘bedroht’ haben soll, stand sie alleine gegen drei voll bewaffnete, ausgebildete Beamt_innen! Die von Christy Schwundeck ausgehende Stärke und Gefahr war – wenn überhaupt vorhanden – minimal. Bei Nothandelnden ist juristisch gesehen die Möglichkeit der Verteidigung ausschlaggebend. Die Verteidigungsmöglichkeiten der Polizist_innen waren extrem hoch: Sie waren bewaffnet und in der Überzahl. Auch dürfen Schusswaffen nur im ÄUSSERSTEN Fall und NIEMALS ohne Vorwarnung und Warnschuss benutzt werden. Dies war nicht der Fall! Die Erschießung Christy Schwundecks kann also unmöglich als “Notwehr” verharmlost werden – die Inkompetenz und der Rassismus der Beamtin ist keine Ausrede! Sie und ihre Kolleg_innen sind schuldig!

Dass die Bullen und Medien die „arme Polizistin“, die im “Schockzustand” sei, auch noch bemitleiden und schützen, zeigt wie sehr Rassismus in deutschland verinnerlicht und institutionalisiert ist.

Pople Of Color können sich in deutschland nicht frei und sicher bewegen. Abgesehen von den scheiß Nazis, leben fast alle weißen ohne sich als Teil rassistischer Herrschaftsstrukturen zu sehen.

weiße sind zu unkritisch gegenüber ihren eigenen Rassismen! Dieser rassistische Konsens in der weißen deutschen Gesellschaft macht rassistische physische Gewalt erst möglich.

Es gibt keine neutrale Positionen! Zu denken, mensch hat nichts damit zu tun, heißt stillschweigend rassistische Strukturen mitzutragen und – für weiße – von ihnen zu profitieren!

Wir fordern alle auf, Solidarität mit den Opfern rassistischer Polizeigewalt zu zeigen. Nur zusammen sind wir stark! Nur zusammen können wir den Traum verwirklichen, dass alle hier frei und sicher leben können!

Wir fordern alle weißen zur Selbstreflektion auf! Die Veränderung fängt bei jeder und jedem persönlich an, rassismuskritischer Kampf heißt auch die eigenen Rassismen zu erkennen und zu eliminieren!

Als Pople Of Color dürfen wir uns nicht Trennen lassen, Teile und Herrsche funktioniert sehr leicht, daher ist es besonders wichtig, dass wir POCs zusammenhalten, dass wir Unity erreichen!

Wir sind alle Christy Schwundeck!

Wir geben nicht auf bis die rassistischen Strukturen, Gesetze und Gewalt beseitigt sind! Wir geben nicht auf, bis alle Täter_innen verurteilt worden sind!

All Power to the People!

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