(Also) we wanted to write something … On the cease of the work of reclaim society!

We wanted to write collectively, have met and reflected. For months, it is clear to us, that the group reclaim society! no longer exists. The following is a sort of final statement and reflects a common consensus.

Rumors, critiques, upset voices, quotes here, texts there, messages of solidarity, hate mails – between all of this over the past months we, some people who organized themselves, among others, under the name of reclaim society!, have tried to get an overview of current discussions. We read individually and collectively, listened and discussed. Criticized each other, got irritated about positions and ways of dealing, educated ourselves, have learned and have come to new political positions.

Since late summer 2012 no rs! assemblies has taken place and rs! has not appeared as a political group since. From spring 2010 when the group started, there have been internal constellation changes from time to time. During the summer of 2012 several people left the group.

We take in the critiques addressed to us and deal with them. In the analysis, we understand our actions as sometimes inconsistent and at times contradictory and from today’s perspective we see many things problematic. However, we have noticed that a lot what was (and is) said and written about rs! is mostly not true. Among others there were serious accusations such as sabotage and manipulation directed at us. In various policcal spaces, activists became the target of exclusion, just for being associated to rs!. By this boycott, various autonomous projects were and are still being blocked.

Further political discussions with respect to the critiques and events of recent months will be continued by us as individuals.

The financial resources who were gathered for rs!-projects, found usage in autonomous asylum-seeker struggles.

We are still motivated to shape hierarchy-critical struggles and look with a lot of energy into the future!

Former members of reclaim society!

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(Auch) wir wollten mal was schreiben… Zur Einstellung der Arbeit von reclaim society!

Wir wollten uns gemeinsam äußern, haben uns getroffen und reflektiert. Seit Monaten ist uns klar, dass die Gruppe reclaim society! nicht mehr existiert. Das folgende ist eine Art abschließendes Statement und spiegelt einen gemeinsamen Konsens wieder.

Gerüchte, Kritiken, aufgebrachte Stimmen, Zitate hier, Texte da, Solidaritätsbotschaften, Hassmails – zwischen alle dem haben in den letzten Monaten wir, einige Menschen, die sich unter anderem als reclaim society! organisiert hatten, versucht einen Überblick über aktuelle Diskussionen zu erhalten. Wir haben individuell und auch kollektiv gelesen, zugehört und diskutiert. Haben uns gegenseitig kritisiert, uns über Positionen und Umgangsweisen aufgeregt, haben uns weitergebildet, dazugelernt und sind zu neuen politischen Positionen gelangt.

Seit Spätsommer 2012 gab keine rs! Plena mehr und rs! ist als politische Gruppe seitdem auch nicht aufgetreten. Seit Enstehung der Gruppe im Frühjahr 2010 gab es immer mal wieder interne Konstellationsveränderungen. Über den Sommer 2012 haben sich dann mehrere Menschen von der Gruppe entfernt.

Wir nehmen die an uns gerichteten Kritiken wahr und setzten uns damit auseinander. In der Analyse haben wir unser Handeln manchmal als inkonsequent und oft widersprüchlig erlebt und sehen aus heutiger Sicht Vieles problematisch. Uns ist jedoch aufgefallen, dass Vieles was über rs! gesagt und geschrieben wurde (und wird) einfach nicht stimmt. Es wurden unter anderem schwere Vorwürfe wie Sabotage und Manipulation gegen uns erhoben. In diversen politischen Räumen kam es zum gezielten Ausschluss von Aktivist_innen, die mit rs! auch nur in Verbindung gebracht wurden. Durch diesen Boykott wurden und werden verschiedene autonome Projekte gehemmt.

Weitere politische Auseinandersetzungen mit Bezug auf die Kritiken und Ereignisse der letzten Monate werden von uns als Einzelpersonen fortgeführt.

Die finanziellen Mittel, die für rs! Projekte zusammengekommen sind haben in autonomen Asylsuchenden-Kämpfen Verwendung gefunden.

Wir sind motiviert weiter hierarchie-kritische Kämpfe mitzugestalten und blicken mit viel Energie in die Zukunft!

 

Ehemalige Mitglieder von reclaim society!

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Solidarität ist eine Waffe gegen ihre Repression… rs! zum Protestmarsch geflüchteter Menschen von Würzburg nach Berlin

 

liebe brüder* und schwestern*, liebe freund_innen,

liebe unterstützer_innen, liebe genoss_innen…

***

… immer dort wo menschen unterdrückung erleben

immer dort wo menschen unmenschliches angetan wird …

wird sich auch immer widerstand regen

widerstand der im kleinen anfängt und sich dann langsam zu widerständigen bewegungen formt…

***

seit dem 08. september läuft eine gruppe geflüchteter menschen und unterstützer_innen durch verschiedene städte und dörfer süd- und ostdeutschlands um auf den institutionellen und alltäglichen rassimus in der /brd/ aufmerksam zu machen. ein weiterer teil der protestierenden fährt parallel zum marsch mit einem bus durch west- und nord/deutschland/.

***

für weitere infos zu den gerade stattfindenden aktionen:

- http://refugeebusprotest.wordpress.com/

- http://www.refugeetentaction.net/

- http://thecaravan.org/node/3390

***

reclaim society! solidarisiert sich mit dem protestmarsch geflüchteter menschen und unterstützer_innen von würzburg nach berlin.

***

wir glauben nicht an grenzen.

wir respektieren ihre rassistischen institutionen nicht.

***

gemeinsam sind wir stärker als ihr hass,

als ihre panzer,

als ihre gesetze.

***

no border.

no /white/ nation.

fight deportation.

******

reclaim society!

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Videoberichte vom Marsch:

1. http://www.3sat.de/mediathek/?display=1&mode=play&obj=32348

2. http://www.3sat.de/mediathek/?display=1&mode=play&obj=32561

3. http://vimeo.com/49116954

4. http://vimeo.com/49259429

5. http://vimeo.com/49399119

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„Erklärung der streikenden Flüchtlinge“ vom 18.09.12:

Wir kämpfen für die Verwirklichung einer auf Gerechtigkeit und Freiheit basierten Welt Wir, die streikenden und protestierenden Flüchtlinge in Deutschland, die einen 6-monatigen Kampf hinter sich haben, und uns aktuell in einem Protestmarsch von mehreren Hundert Kilometern befinden, geben bekannt:

1- Wir werden Abschiebungen abschaffen, weil wir überzeugt sind, dass derLebensort eines Menschen allein auf seinem individuellen Willen und seiner individuellen Entscheidung beruht und nicht auf die politisch-wirtschaftlichen Verhältnisse der Mächte, die Freiheitund Gerechtigkeit in ihren internationalen Schaufenster täglich zur Schau stellen.

2- Wir durchbrachen den eingekreisten Bewegungsradius der Residenzpflichtund unterlassen keine Tat, um ihn praktisch abzuschaffen, weil wir überzeugt sind, dass Bewegungsfreiheit eine der elementarsten Menschenrechte ist.

3- Wir verweigern das erzwungene Leben in den Isolationslagern fürFlüchtlinge und die Philosophie einer solchen elenden Erfindung. Das erzwungeneLeben in den Isolationslagern gleicht Folter. Wir können nicht mehr Zeugeder tragischen Folgen vom Leben der Menschen in solchen Unterkünften sein. Wir setzen einen Endpunkt hinter Unterdrückung und deutlicher Ungleichheit.

Heute ist wieder ein beschämender und schändlicher Tag für die Politiker_innen Deutschlands. Am Dienstag, den 18.9.2012 flog ein weiteres Flugzeug vom Düsseldorfer Flughafen ab, um unter Ausschluss von Presse und Öffentlichkeit Menschen gegen ihren Willen und ihre Entscheidung zu einem anderen Ort zu bringen. Es geschah eine weitere Massenabschiebung, die wiedermal allen zeigt, dass die Politik auf den Gängen deutscher Parlamentedurch politisch-wirtschaftliche Absprachen der Mächtigen entschieden wirdund die Trennung von Menschen in „Ausländer_innen“ und „Inländer_innen“ ,in„Bürger_innen“ und „Nicht-Bürger_innen“ nach wie vor das Herzstück despolitischen Handelns der Politiker_innen bildet. Deshalb sind ihre inhaltslosen Parolen von Gerechtigkeit und Freiheit in internationalen Versammlungen für uns unerträglich anzuhören. Nein, dies ist kein Ersuchen. Wir hegen keine Hoffnung, von euch Politiker_innen, von euren geschlossenen Augenund tauben Ohren gesehen oder gehört zu werden. Im Gegenteil diese paar Zeilen sind die Bekanntgabe des aufrechten Willens der Flüchtlinge, die nicht mehr willig sind, mittels unmenschlichen Gesetzen vernichtet zu werden. Die Realisierung der obigen drei Paragraphen soll keine Gnade aus Menschenliebe, sondern ein Muss der menschlichen Gesellschaften im einundzwanzigsten Jahrhundert sein. Wir brachten alles, was wir hatten in einemsechsmonatigem Kampf auf die Straße, um dies zu veranschaulichen. Auf die Straße weil dies der Ort ist, an dem sich unterdrückteKörper zusammenschließen um sich Freiheit und Gerechtigkeit selbstwieder anzueignen, denn Politik gehört den Menschen selbst und nicht Politiker_innen. Wir, die protestierenden und streikenden Flüchtlinge werden die Abschiebungen abschaffen und lassen nicht zu, dass Flüchtlinge durch die deutsche Regierung in ein ungewisses Schicksal geschickt werden. Um den dunklen Schatten von Abschiebung und Exil aus unseren Alpträumen loszuwerden, gibt es keinen anderenWeg als den bedingungslosen Kampf.

18. September 2012

Das Koordinationskomitee der streikenden und protestierenden Flüchtlinge in Deutschland

http://www.refugeetentaction.net/

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Internetseiten der Protestcamps in den verschiedenen Städten:

1. Aub: http://asylaub.wordpress.com/

2. Bamberg:http://www.facebook.com/pages/Fl%C3%BCchtlinge-Bayerns_Bamberg/485196774829887

3. Berlin: http://asylstrikeberlin.wordpress.com/

4. Dusseldorf: http://refugee-resist-duesseldorf.de/

5. Nürnberg: http://strikenuernberg.wordpress.com/

6. Passau: http://protestcamppassau.wordpress.com/

7. Regensburg: http://strikeregensburg.wordpress.com/

8. Würzburg: http://gustreik.blogsport.eu/

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Solidaritätsaufruf – “Straßennamen als Wegweiser für eine postkoloniale Erinnerung” (K.Aikins, R.Hoppe)

Liebe Autorinnen & Autoren – eure Solidarität ist gefragt !

In dem vergangenes Jahr im Unrast Verlag erschienenen von Susan Arndt
und Nadja Ofuatey-Alazard herausgegebenen Buch “Wie Rassismus aus
Wörtern spricht” [3] schreiben Rosa Hoppe und Kwesi Aikins in dem
lesenswerten Artikel “Straßennamen als Wegweiser für eine
postkoloniale Erinnerung” über historische und gegenwärtige
Bedeutungen von kolonialen Straßennamen, machen auf politische und
wissenschaftliche Dimensionen von postkolonialer Erinnerung aufmerksam
und beleuchten dabei auch Aspekte individueller Verantwortung.

In einer Fußnote verweisen sie dabei auf eine wissenschaftliche
Expertise, die zur Beibehaltung des Straßennamens “Mohrenstraße” in
Berlin-Mitte herangezogen wurde. In diesem Zusammenhang kam es zu einer
gerichtlichen Auseinandersetzung um einige im Rahmen der
bezirkspolitischen Anhörung zur Umbenennung getätigte Aussagen. In der
Fußnote beschreiben sie den Ausgang dieses Verfahrens. Daraufhin wurden
sie vom Verfasser dieser Expertise verklagt, 3 Aussagen aus dieser
Fußnote nicht weiter treffen zu dürfen.

Das Gericht hat jedoch zwei der in dem Artikel dargelegten Perspektiven
bestätigt. In dem dritten Klagepunkt jedoch hat das Gericht gegen die
beiden Autorinnen entschieden, woraus ihnen Kosten von knapp 2.000 Euro
entstehen.

Zudem muss die entsprechende Formulierung in einer zweiten Auflage des
Buches zensiert werden.

Wir bitten nun – im Namen der beiden – um eure Solidarität und bieten
euch an, das inkriminierte Buch (noch in der unzensierten Fassung!) als
“Solibestellung Rassismuswörterbuch” unter Verzicht auf den euch
zustehenden Autor_innenrabatt zum Solipreis von 29.80 Euro (zzgl. 2 Euro
Versandkosten) zu bestellen. 50% davon werden wir direkt zur
Prozesshilfe verwenden.

Informiert eure Freund_innen, Kolleg_innen, legt das Buch bei euren
Veranstaltungen aus, verkauft es auf Büchertischen usw.! So werden wir
die Prozesskosten zusammenbringen!

Diejenigen, die unsere Autor_innen direkt finanziell unterstützen
können, mögen bitte auf das eingerichtete Solikonto spenden
(Spendenbescheinigung möglich). Wir sind für jede Summe dankbar!

Empfänger: Berlin Postkolonial e.V.
Konto-Nummer: 2041219001
BLZ: 10090000
Berliner Volksbank
Verwendungszweck: “Prozesskosten”

Außerdem laden wir alle zu unserer Soli-Veranstaltung im September ein.
Im Rahmen der internationalen “Decolonize the City”-Konferenz, die vom
20. bis zum 23. September in Berlin stattfinden wird, werden wir am
Sonntag, den 23.9. zwischen 14 und 16 Uhr Gelegenheit haben, den Fall
mit Rosa Hoppe und Kwesi Aikins zu thematisieren, ggf. aus der
Urteilsbegründung und aus Artikeln des betreffenden Buches zu lesen.

Details zur Konferenz, auf der verschiedene Aspekte kolonialer Gegenwart
thematisiert werden findet ihr hier: http://www.decolonizethecity.de
[4]/

Wir danken euch für die verschiedenen Formen der solidarischen
Unterstützung! –

_UNRAST_ Verlag

Jörn Essig-Gutschmidt
(Pressekontakt & Werbung)

Postfach 8020
48043 Münster
Tel.: (0251) 6742305
Fax: (0251) 666120

http://www.unrast-verlag.de [5]

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Positionspapier von reclaim society!

english version of the statement

Aktivist_innen haben die Arbeit von reclaim society! unter verschiedenen Aspekten kritisch markiert und Transparenz bezüglich unserer Arbeit gefordert. Mit folgendem Positionspapier möchten wir diesem Wunsch nachkommen und hoffen in Zukunft selbstkritischer und transparenter zu arbeiten.

wir

“Wir wollen nicht Teil des Spektakels, sondern Teil des Untergangs des Spektakels sein.”

 reclaim society! ist eine Gruppe, die sich 2010 als Projekt, um zu den Themen “Migration”, “Asyl” und “Rassismus” zu arbeiten, in Potsdam/ Berlin geformt hat. In unserer kollektiven Entwicklung hat sich mehr und mehr ein herrschaftskritischer Ansatz mit dem Fokus auf weiße Vorherrschaft durchgesetzt. Unter weißer Vorherrschaft verstehen wir ein globales System, welches Rassismus und somit rassistische Zustände erst ermöglicht. weiße Vorherrschaft geht einher mit weißSein als Norm, weißer Solidarität und weißen Privilegien. weiße Vorherrschaft wird im Kontext der bundesrepublik durch gesellschaftliche, Regierungs- und Nicht-Regierungs-Institutionen (z.B. Bildung, autonome und selbstorganisierte Strukturen und Gruppen) aufrecht erhalten und funktioniert sowohl subtil, z.B. durch Schweigen, als auch direkt und offensiv. reclaim society! möchte unterdrückende Normen und Systeme angreifen und hat in bildungspolitischer Arbeit einen Kontext gefunden, in dem durch Inputs, Workshops und dem Organisieren von Veranstaltungen, Rassismus als Teil von weißer Vorherrschaft markiert und bekämpft werden kann.

Der rs! Aktivist_innenkreis hat sich in den fast drei Jahren unserer gemeinsamen politischen Arbeit stets verändert. Einige Aktivist_innen haben sich als People of Color, als Geflüchtete, als Menschen mit Fluchterfahrung, als Roma oder als migrantisch positioniert. Andere als weiß. Aktuell besteht rs! aus Aktivist_innen of Color mit und ohne Fluchterfahrungen und Menschen die in einem rassistischem System als weiß gelesen und somit privilegiert behandelt werden. Hier ist es uns wichtig unseren People of Color Begriff transparent zu machen: People of Color ist in unserem Verständnis eine emanzipatorische Selbstbezeichnung von Menschen, die in einem bestimmten Kontext, hier: brd/ westeuropa, Rassismus erleben. In unserem PoC-Begriff schließen wir die Erfahrungen von als “slawisch” markierten als auch von jüdischen Menschen mit ein. Für uns ist selbstverständlich, dass nicht alle von Rassismus negativ Betroffenen die gleiche Position haben/ vertreten; daher haben/ vertreten auch nicht alle Menschen die sich z.B. als PoC positionieren die gleichen Positionen.

Bevor das PoC Konzept ein Akt des Widerstands wurde, war es ein Teil weißer „Rassen“trennung, welchen sich PoC angeeignet und so gegen weiße Gewalt gewendet haben. Deswegen stellt das Konzept an sich schon weiße Vorherrschaft in Frage und wird in der Konsequenz von weißen / weißen Strukturen angezweifelt. Wir sind alle von weißen Strukturen instrumentalisiert, rs! eingeschlossen, aber nur wenn wir dies anerkennen, können wir weiße Strukturen angreifen. Das heisst, dass wir nur durch das Benennen von weißer Gewalt und dadurch, dass weiße ihre Rolle in der Aufrechterhaltung von weißer Vorherrschaft anerkennen, einen Prozess eingehen können um Herrschaftsverhältnisse in Frage zu stellen und irgendwann weiße Vorherrschaft/ Rassismus zu Fall zu bringen. Wir distanzieren uns von Identitätspolitiken und sehen Selbstbezeichnungen, so wie PoC, als notwendige Werkzeuge um weiße Vorherrschaft anzugreifen.

reclaim your voice Projekt

Innerhalb des rs! Projekts “reclaim your voice” sind u.a. einige weiße zwischen November 2010 und Juli 2012 in Lager gegangen und haben dort mit Kindern und Jugendlichen Theaterkurse konzipiert und geteamt. Durch das ‘freie’ Rein- und Rausbewegen aus den Lagern haben die weißen ihre Privilegien der Bewegungsfreiheit vorgeführt. Außerdem wurden durch das Teamen der Kurse Bilder von weißer Autorität und somit Überlegenheit re_produziert. Die weißen haben dadurch gewaltvolle Erfahrungen von weißer Herrschaft geschaffen. Ab Frühjahr 2011 wurde dies von PoC und Roma Mitgliedern von rs! markiert, während weiße dazu schwiegen. Nur durch das Markieren durch PoC und Roma, haben die weißen realisiert, dass sie – bewusst oder unbewusst – kontinuierlich Gewalt ausüb(t)en.”. Die weißen konnten nur durch den Widerstand von PoC und Roma zu Halt gebracht werden. Es war eine Herausforderung für die weißen den Widerstand zu akzeptieren, was zu langen, jedoch bereichernden und fortwährenden politischen Prozessen geführt hat, von denen weiße bis heute profitieren.

Seit Juli 2012 ist das Projekt in einer Sommerpause und zwei of Color positionierte Aktivist_innen von rs! werden das Projekt ab Herbst 2012 wieder aufgreifen.

Ziele und Strategien

 Auch wir leben und bewegen uns innerhalb des Systems, d.h. auch wir sind nicht frei von den verschiedenen Herrschaftsverhältnissen. Dadurch kommt Rassismus/ weiße Vorherrschaft auch in rs! vor und wir übernehmen die Verantwortung dafür. Wir versuchen dies in einem kollektiven Prozess zu markieren, reflektieren und versuchen gemeinsam sicherere Räume zu schaffen.

Unser Ziel ist eine herrschaftslose Gesellschaft in der Menschen sich autonom und bedürfnisorientiert selbst organisieren können. Wir solidarisieren uns mit deprivilegierten Gruppen und Individuen und versuchen die verschiedenen Herrschaftsverhältnisse und Unterdrückungsmechanismen als miteinander verstrickt zu denken und diese kontinuierlich in uns selbst und unserem Umfeld zu markieren und zu hinterfragen. Wir sehen dies als einen fortwährenden individuellen und kollektiven Prozess.

Wir arbeiten mit demokratiekritischen Gruppen und Individuen zusammen, die unsere Ansätze teilen und mit denen wir gemeinsam politisch wachsen können. Das heisst wir nehmen Abstand von essentialistischen Solidaritätskonzepten oder aktiv Herrschaft aufrechterhaltenden Gruppen und Personen.

rs! ist Teil verschiedener Netzwerke und Bündnisse, z.B. des No Border Berlin Netzwerkes (http://noborderberlin.wordpress.com/).

rs! vertritt die Ansicht, dass weiße sich mit sich selbst, mit anderen weißen und den von weißen kreierten Problemen wie Rassismus auseinandersetzen müssen. Wenn dies geschieht, sieht rs! weiße als potentielle Verbündete (‘allies’) von PoC, Geflüchteten {…} im Kampf gegen weiße Vorherrschaft. PoC in der Gruppe wollen vor allem für die Unterstützung für von Rassismus negativ betroffene Menschen da sein. Daher werden Inputs und Workshop in verschiedenen Konstellationen (unter anderem auch mit weiß positionierten Teamer_innen) durchgeführt, wobei immer mindestens eine PoC teamt und weiß positionierte Personen zum Mitteamen von dieser explizit angefragt werden.

No Border Networkings

Als eine antirassistische/ Rassismus-kritische Gruppe fühlen wir uns der Vision einer Welt ohne weiße Nationen (wir schreiben weiße um ‘Nation’ als weißes Konzept zu markieren) und Grenzen verpflichtet. Wir nehmen die No Border Bewegung als ein potentiell starkes Netzwerk im Ankämpfen gegen weiße Vorherrschaft/ Rassismus wahr. Wir verstehen white awareness als ein grundlegendes Werkzeug um diesen Kampf aufzunehmen. Die Köln-Vorbereitung hat im allerersten Vorbereitungstreffen selbst auf ihre fehlenden white awareness-Strukturen, sowie die rassistische Gewalt die weißsein innerhalb des Vorbereitungsprozesses produziert hat, hingewiesen. Deshalb wurde white awareness als einer der Grundpfeiler des Camps und all seiner Strukturen beschlossen. Zahlreiche Informationsmaterialien über weißsein/ Rassismus wurden vor und während dem Camp zur Verfügung gestellt (über Arbeitslisten, die Infobroschüre und Reader auf dem Camp), die den Umgang mit weißSein auf dem Camp transparent machten. Während des Vorbereitungsprozesses gab es den Raum, Sorgen über die Art und Weise wie das Thema white awareness behandelt werden würde, zu äußern. Obwohl white awareness als Grundlage des Camps angekündigt wurde, wehrten sich Individuen und Gruppen gegen die Markierung von und Kritik an Strukturen weißer Vorherrschaft und individuellem/ kollektivem rassistischen Verhalten. So wurde der beschlossene Konsens aktiv gebrochen um weiße Machtstrukturen aufrechtzuerhalten. Wir sind davon überzeugt, dass die No Border Bewegung Grenzen nur bekämpfen kann, indem Machtstrukturen wie weiße Vorherrschaft/ Rassismus radikal in Frage gestellt werden, was beinhaltet, dass weiße ihre Machtpositionen aufgeben müssen. Dadurch dass wir (auf den Camps) viele Menschen und Gruppen getroffen haben, die diese Ansichten teilen, sind wir motiviert an der Mobilisierung für das Netzwerk des No Border Berlin Camp 2013 teilzunehmen und weiterhin in kollektiven Prozessen mit Anderen alle Formen von Herrschaft radikal in Frage zu stellen.

Finanzierung

Die finanziellen Mittel von rs! bestehen aus den Aufwandsentschädigungen bzw. Honoraren für Inputs und Workshops die von rs! organisiert und geteamt werden. Mitglieder von rs! nehmen Honorare/Aufwandsentschädigungen nicht persönlich in Anspruch. Eine hohe Spende, die 2011 an rs! herangetragen wurde, haben wir wegen den Bedingungen die dadurch auftauchten und der dadurch ausgeübten Kontrolle und Macht kollektiv im Sommer 2012 abgelehnt und an den_ie Spender_in zurückgegeben. Außerdem möchte rs! als Gruppe unabhängig bleiben und Projekte/ Programme selbstfinanziert durchführen. Deswegen kann rs! keine externen Projekte finanzieren.

Die Teilnahme von rs! Mitgliedern an den No Border Camps 2012 in Stockholm und Köln wurde nicht von rs!-Geldern finanziert.

Gemeinsam wachsen

Solidarische Kritik stehen wir immer offen gegenüber – denn wachsen können wir nur gemeinsam. Wir streben lebenslanges, selbstorganisiertes Lernen zusammen mit euch an!

Wenn ihr euch in unserer politischen Herangehensweise und unseren Visionen wiederfindet – ob als Einzelperson oder Gruppe – freuen wir uns wenn wir ein Zusammenkommen organisieren können. rs! ist immer offen für neue Ideen der gesellschaftlichen Umwälzung!

 Wir freuen uns auf euch!

reclaim society!,

Berlin, August 2012

Positionspapier als pdf

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Ignoranz, Weghören und Wegsehen. 5 Protokolle zu Alltagsrassismus

Hier der Link zu dem Artikel in der Süddeutschen Zeitung

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Sommerpause/ Summerpause

*deu*

liebe alle:

aufgrund interner arbeit/ weiterbildung/ umstrukturierung nimmt reclaim society! bis Anfang Oktober keine neuen Anfragen entgegen. Bis dahin werden wir E-Mails weiter lesen und beantworten.

Wir freuen uns bald wieder mit euch Workshops, Inputs und Verantaltungen zu erleben, gemeinsam zu lernen und zu wachsen.

NEVER GIVE UP!

reclaim society!

“so that [...] people will create a culture that doesn’t say get rich or die trying BUT get free or die trying. that is our collective challenge. if we can do this, we will give arms and legs, hearts and minds, bodies and souls to the movement to create true [...] solidarity [...]“

mumia abu jamal

*eng.*

dear all:

due to internal work/ further education/ restructuring reclaim society! will not take any new requests until early october. Until then, e-mails will still be read and answered.

We are very excited to soon keep on experiencing workshops, inputs and events with you, to learn and grow together.

NEVER GIVE UP!

reclaim society!

“so that [...] people will create a culture that doesn’t say get rich or die trying BUT get free or die trying. that is our collective challenge. if we can do this, we will give arms and legs, hearts and minds, bodies and souls to the movement to create true [...] solidarity [...]“

mumia abu jamal

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Empowerment Workshop in Potsdam (03.-05.08.2012)

Rassismus und Diskriminierung sind Alltag im Leben von People of Color und Schwarzen Menschen. Dennoch findet die professionelle Berücksichtigung dieser Erfahrungswelt in Deutschland erst allmählich statt.

In einem Raum, in dem Rassismuserfahrungen von allen geteilt werden, setzen wir uns mit Fragen auseinander, wie „Was ist Rassismus für mich? Wo und wie erlebe ich Rassismus? Welche Überschneidungen von Gender und Rassismus gibt es für mich im Alltag? Was für Strategien habe ich gegen Rassismus?” Hierbei gehen wir mit einem biografischen und lebensalltagsbezogenen Blick vor.

Wir verstehen Empowerment als einen lebenslangen Prozess, weswegen dieser Workshop wie ein kleiner Baustein zur Selbstreflexion, als Insel des Innehaltens und der Stärkung gedacht ist. Im kreativen und interaktiven Gruppenprozess werden bereits vorhandene Strategien der Selbstbemächtigung und des Widerstands bewusst und sichtbar gemacht, und ebenso Alternativen im Sinne von individueller und kollektiver Stärkung, Heilung und Politisierung erfahrbar. Weiterhin werden unterschiedliche dynamische Methoden aus der politischen Bildungsarbeit im Seminar angewandt. Diese sind u.a. Biographie- und Theaterarbeit wie z.B. das „Theater der Unterdrückten“ von Augusto Boal. Ziel ist es, in dem gemeinsamen Austausch herauszufinden, wo Handlungsspielräume gegen Rassismus im Alltagsleben vorhanden sind und wie diese umgesetzt werden können.
Empowerment kann so im Sinne von Selbstermächtigung und Selbstbestimmung erfahrbar werden.

Trainer_innen:
Katja Kinder (Pädagogin, DaF-Kursleiterin, Mediatorin, Empowerment-Trainerin)
Sebastian Fleary (Theater_Pädagoge, politischer Bildner, Empowerment-Trainer)

Datum (Achtung!: Neue Daten):
Fr. 03.08. 15 – 18 Uhr
Sa. 04.08. 10 – 18 Uhr
So. 05.08. 10 – 15 Uhr

Ort: Potsdam

Dieser Empowerment-Workshop richtet sich an Menschen, die Rassismuserfahrungen machen und diese zum Thema eines Workshop-Wochenendes gezielt aufgreifen möchten.

Anmeldungen und / oder Fragen an:
reclaim.society@yahoo.com

http://reclaimsociety.wordpress.com/

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Gedächtnisprotokoll bezüglich der Ausstellung

Tatort Stadion II – Fußball und Diskriminierung“ vom Bündnis aktiver Fußballfans

Bethanien, 01.07.2012

Zu der Ausstellung:

Am 01.07.2012 um ca. 14:40 hat reclaim society! die Räume des Bethanien betreten und dort die Ausstellung „Tatort Stadion II – Fußball und Diskriminierung“ vom Bündnis aktiver Fußballfans vorgefunden.

Grundlage der Ausstellung sind stark veraltete, rassistische ‘weiße’ Konzepte, z.B. das ‘Fremden’feindlichkeit (Euphemismus für Rassismus) ein Produkt persönlicher Probleme sei. Dies ist eine Ent_Nennung von rassistischen Strukturen und Geschichte und stellt somit eine Re_Produktion ‘weißer’ Vorherrschaft und Gewalt dar. Die Ausstellung besteht fast ausschliesslich aus der Re_Produktion rassistischer Fremdbezeichnungen, rassistischer Stereotypen, rassistischer und sexistischer Karikaturen, faschistischer Parolen und ist dadurch extrem gewaltvoll.

reclaim society! wünscht sich, dass die Ausstellung geschlossen wird, dass das „Bündnis Aktiver Fussballfans“ die Ausstellung zurückzieht und öffentlich Stellung bezieht. Auch von „Siempre Antifascista“ wünschen wir uns eine Stellungnahme zur Ausstellung und dem (auch physischen) gewaltvollen Verhalten der für die Ausstellung zuständigen Personen.

Zu den Geschehnissen am 30.06 und 01.07.2012

Vorgeschichte/ Gedächtnisprotokoll vom 30.06.2012

Am Samstag, den 30.06.2012, hat das No Border Berlin Netzwerk einen Veranstaltungstag im Bethanien geplant und durchgeführt. Dafür wurden drei Räumlichkeiten, inklusive dem Raum vor der Küche, reserviert.

No Border Berlin wurde zuvor von „Siempre Antifascista“ angeschrieben mit der Anfrage ob deren Ausstellung in den besagten von No Border Berlin reservierten Räumen verbleiben könnte. Dass es sich um die Ausstellungseröffnung handelte wurde aus der E-Mail nicht deutlich. No Border Berlin ging davon aus, dass es sich um die Materiallagerung der Ausstellung in den besagten Räumen handelte und versäumte auf die Anfrage zu antworten. Aus dem Versäumnis wurde, wie im folgend geschilderten Gespräch deutlich wird, von „Siempre Antifascistas“ ein Anspruch auf die Nutzung der Räume abgeleitet.

Am besagten Samstag fand die No Border Berlin Gruppe in dem Raum vor der Küche die Ausstellung von „Siempre Antifascista“ vor und war entsetzt über die Re_Produktion von rassistischer, faschistischer und sexistischer Gewalt. Daraufhin drehten Aktivist_innen von No Border Berlin die Ausstellungswände zur Wand sodass die Inhalte nicht mehr sichtbar waren.

Um ca. 13:30 Uhr kam eine verantwortliche Person von Siempre Antifascista, die wir als ‘weiß’ und typisiert gelesen haben. Nachdem der Person mehrmals erklärt wurde, dass und warum es inakzeptabel sei die Ausstellung in diesem Raum zu haben, erklärte sich die Person und die hinzugekommene andere verantwortliche Person (die wir als ‘weiß’ und frauisiert gelesen haben) dazu bereit, die Ausstellung nach draußen zu verlegen. Während der Diskussion wurde das Prinzip der Definitionsmacht von den Verantwortlichen von „Siempre Antifascista“ nicht akzeptiert, rassistische und sexistische Inhalte wurden negiert und negativ Betroffenen die dadurch entstandenen re_traumatisierunden Gewalterfahrungen abgesprochen. Die Person von „Siempre Antifascista“ wandte Master Suppression Techniques an (Strategien/ Techniken der jeweils dominanten Gruppe ihre Machtposition und Hierarchie zu sichern, indem sie die Sprechakte von Unterdrückten delegitimieren, ignorieren… z.B. durch Unterbrechen, Augenrollen, Körpersprache, wegdrehen, empörtes Schnaufen…). Verschieden positionierte Personen, im Bezug aus Rassismus haben Vetos gegen die Ausstellung eingelegt. Das einzige Argument, was letztlich zur Verlegung der Ausstellung führte war, das No Border Berlin den zuvor reservierten Raum für den Veranstaltungstag brauchen würde.

Gedächtnisprotokoll vom 01.07.2012

reclaim society! (rs!) ist teil des No Border Berlin Netzwerkes und hatte am 01.07.2012 im Park vorm New York im Bethanien Plenum. Um ca. 14:40 betrat rs! die Räume des Bethaniens um das Plenum drinnen weiterzuführen. Dort fanden wir erneut die besagte Ausstellung in dem Raum vor der Küche vor. Einige hatten die Ausstellung bereits am Vortag bei dem Netzwerktreffen von No Border Berlin gesehen, einige sahen sie an dem Tag zum ersten mal.Verschiedene Personen von rs! sahen sich die Ausstellungsstellwände an und markierten und kommentierten die verschiedenen rassistischen und sexistischen Inhalte. (Zu diesem Zeitpunkt befand sich noch eine weitere Person in dem Raum, die wir als ‘weiß’ und typisiert gelesen haben, die den Raum bei Beginn des Konflikts jedoch verließ). Nach kurzer Zeit begann Lisa (Person die als nicht-’weiß’ und frauisiert gelesen wird und Flucht-, Asylheim und Exilerfahrung hat) die Stellwände umzudrehen und ans Fenster zu stellen, so dass die gewaltvollen Inhalte nicht mehr sichtbar waren. Andere Personen von rs! fingen an das Gleiche zu tun. Eine andere Verantwortliche Person als am Vortag – die wir als typisiert und ‘weiß’ lasen – kam in den Ausstellungsraum gestürmt und fragte mit lauter und aggressiver Stimme was wir da tun würden und dass das ja nicht schon wieder passieren könne. Darauf antwortete Lisa unter anderem, dass die Ausstellungsinhalte rassistisch sind und sie triggern. Die genannte Verantwortliche Person (VP) unterbrach Lisa aggressiv und zeigte mit dem Finger auf sie. Tobi (positioniert sich als Person of Color im deutschem Kontext und wird typisiert gelesen) intervenierte verbal und sagte der VP, dass sie nicht mit dem Finger auf jemenschen zeigen solle. Daraufhin ging die VP 1-2 Schritte auf Tobi zu, zeigte provokativ mit dem Finger auf Tobi (scheinbar um seine Macht zu demonstrieren). Dann wandte sich die VP wieder Lisa zu. Lisa wies VP auf seine strukturelle, hegemonial Position (‘weiße’ typisierte Person) hin, worauf VP antwortete, dass die Person selbst ja nichts dafür könne, ‘weiße’ Eltern zu haben, wo sie geboren sei und welche „Hautfarbe“ sie hätte. Tobi wies VP – auf eine Stellwand verweisend – auf ein Beispiel der Re_Produktion rassistischer Inhalte in der Ausstellung hin. VP reagierte darauf mit der aggressiv und in einem verhöhnendem Ton gestellten Frage: „Wie redet ihr denn über Rassismus wenn ihr nicht Leute zitiert?“. Lisa antwortete darauf, dass sie mit diesen rassistischen Sachen schon die ganze Zeit von Nazis auf der Straße angemacht wird und den Scheiß zu hören bekommt – und zwar nicht weil sie sich dazu entschieden hat einen Antifa-Button zu tragen – und sie dass nicht auch noch in diesen Räumen lesen möchte. [Womit Lisa – basierend auf Definitionsmacht – ein Veto gegen diese Ausstellung eingelegt hat]. VP argumentierte vor allem damit, dass die Ausstellung ein Event des Bethaniens sei und wir uns – wenn wir ein Problem hätten – an die „Leitung“ des Bethaniens wenden sollten. Jemensch von rs! hat VP darauf hingewiesen, dass das Bethanien ein kollektivistisches Projekt ist und es somit keine „Leitung“ gäbe. Maren (‘weiß’ und frauisiert) wies VP außerdem darauf hin, dass es einer der Grundsätze des Bethaniens sei, dass Rassismus, Sexismus … nicht re_produziert werden dürften und das alle Personen in diesen Räumen die Verantwortung dafür haben und rs! diese hiermit wahrnehme. Während der gesamten verbalen Auseinandersetzung wurde vor allem von VP auf eine sehr aggressive Art und Weise kommuniziert, sowohl durch Körpersprache die sehr bedrohlich wirkte als auch durch Master Suppression Techniques. Zu dem Zeitpunkt kam eine Person, die wir als ‘weiß’ und frauisiert gelesen haben und die bereits am Vortag präsent war, in den Raum und drückte ihre Genervtheit über den Konflikt aus und hantierte von da ab mit ihrem Handy rum (es war rs! unklar ob sie ‘Verstärkung’ rufen würde o.ä.). rs! fuhr fort die Stellwände der Ausstellung umzudrehen und an die Fensterseite zu räumen. Hier oder kurz später kam eine weitere Person dazu, die wir ebenfalls als ‘weiß’ und typisiert lasen. Die VP und die dazugekommene Person wurden nun handgreiflich: sie haben vor allem Lisa versucht am Arm zu packen sie zurückzuziehen und sich ihr konfrontativ in den Weg zu stellen. Hierbei sah sich Lisa immer wieder gezwungen mit VP und der weiteren ‘weißen’ typisierten Person in den Austausch von Sätzen zu gehen, da beide aggressiv in Ton und Körpersprache (beide stark hegemonial männlichkeitsperformend) forderten Stellungnahmen von ihr zu erhalten. Lisa hat sich in diesem Kontext auch „Ihr macht genau das gleiche wie Nazis“ gesagt um sich auf die strukturelle Gewaltausübung von ‘weißen’ und deren Absprechen von Definitionsmacht wann, wie und wo Rassismus passiert, zu beziehen. Auch andere Personen von rs!, wurden von den ‘weißen’, typisierten Personen angeschrien, an Armen gepackt und gezogen, ihnen wurde sich in den Weg gestellt und sie wurden durch die ‘weißen’ typisierten Personen von „Siempre Antifascista“ zurückgedrängt und geschoben. Zwischendurch ging die VP zum Fenster des Raumes und rief den Menschen die dem unten stattfindenden Büffet beiwohnten zu, dass sie support bräuchte. VP riss dabei eine Stellwand die am Fensterrahmen angehängt war herunter. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde rs! vorgeworfen die besagte, von der VP runtergeworfene Stellwand, vorsätzlich beschädigt zu haben. Auf den Supportaufruf kamen mehrere ‘weiße’ zu der Situation, griffen allerdings nicht ein, sondern guckten der Situation (und den Handgreiflichkeiten) als passives Publikum zu. Als Marie (Women of Color und frauisiert gelesen) eine Stellwand umdrehen wollte kam die VP auf sie zu, packte sie am rechten Handgelenk und der linken Schulter, und drückte Marie einen Schritt zurück. Es war Marie in der Situation nicht möglich zu reagieren da sie von diesem physischem Gewaltmoment so überwältigt war. Auch nachdem VP sie zurückgedrängt hatte, lies VP Marie nicht sofort los, sie ist dann zu einer anderen Ecke des Raumes gegangen und hat versucht eine weitere Stellwand umzudrehen. Dort kam die andere ‘weiße’ typisierte Person aggressiv auf Marie zu und brüllte sie an, dass sie das nicht machen solle. Marie merkte in dem Moment wie die zuvor hochgekommenen ‘weißen’ ‘Antifas’ der Szene wie einem Spektakel folgten und fühlte sich nicht im Stande weiter verbale Kritik anzubringen.

[um die strukturelle Gewalt klarzumachen: zwei 'weiße', typisierte Personen insbesondere die beiden einzigen als nicht-'weiße' gelesenen, frauisierten Personen verbal und körperlich an und versuchen sie daran zu hindern, diese Objekte die rassistische und sexistische Gewalt re_produzieren von einem „emanzipatorischen, Rassismus- und Sexismus- kritischen 'linken' Ort“ zu entfernen]

Als (fast) alle Stellwände umgedreht waren, kam rs! in der Mitte des Raumes im Kreis zusammen. Lisa sagte sie hätte kein Lust mehr, mit ‘weißen’ typisierten Personen zu reden, daraufhin hat sich eine externe von uns als ‘weiß’ und frauisiert gelesene Person in die Gruppe eingemischt, auf Tobi gezeigt und gesagt, dass er doch auch ‘weiß’ sei. Dieses Verhalten wurde von rs! als grenzüberschreitend wahrgenommen. Tobi erklärte der besagten Person kurz das Konzept von ‘weiß’sein, dass ‘weiß’ keine Hautfarbe sondern eine soziale Position sei. Die Person entfernte sich allerdings erst nach erneuten Aufforderungen. Als rs! sich entschied den Raum zu verlassen, hat die nun auf der Fensterbank sitzende VP laut geklatscht und sich als Sieger inszeniert. Lisa sagte dann beim rausgehen „Super, Ausländer raus! Das ist doch was ihr wollt?!“. VP klatschte weiter und grinste dazu. Einige Personen von rs! diskutierten beim rausgehen erneut mit dort Anwesenden, gaben dies jedoch relativ schnell auf, da klar war, dass eine „Diskussion“ unmöglich war.

Politische Wünsche

reclaim society! wünscht sich von „Siempre Antifascista“ die Geschehnisse am Samstag, den 30.06.2012 sowie am Sonntag, den 01.07.2012 transparent und ehrlich wiederzugeben.

VP hat kurz nach dem Geschehen eine E-Mail an rs! verfasst, in der die Geschehnisse gänzlich anders als in der offiziellen „Siempre Antifascista“-Stellungnahme geschildert wurden. Er hat darin anerkannt, dass der von ihm gewählte Ton in der Auseinandersetzung problematisch gewesen ist und von ihm physische Angriffe ausgegangen sind. Das Statement von VP widerspricht grundsätzlich der Stellungnahme von „Siempre Antifascista“. Das aktuell kursierende Statement verdreht Tatsachen gänzlich und lässt ausschlaggebende Momente und Positionierungen weg.

reclaim society! hofft, dass dieser Vorfall dazu führt, dass die besagte „BAFF“-Ausstellung gänzlich eingestellt wird, da sie auf weißen Konzepten basiert und Menschen, die täglich Rassismus erleben triggert und re_traumatisiert. reclaim society! erhofft sich Solidarität von emanzipatorischen Gruppen und Räumen bezüglich der Unterstützung des Konzepts von Definitionsmacht und der klaren Absage von Versuchen der Aufrechterhaltung von strukturellen Machtpositionen.

Für eine gemeinsame Auseinandersetzung mit Machtstrukturen auch innerhalb autonomer*/ linker*/ anarchistischer* Kontexte.

fight white supremacist capitalist patriarchy. everywhere.

reclaim society!

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Einladung von/ Invitation of/ Invitacion de: No Border Berlin 30.06.2012

Hallo,

No Border Berlin lädt euch zum nächsten Netzwerktreffen, diesen Samstag 30.06.2012 ein, um Dominanzstrukturen und Machtverhältnisse in rassismus-kritischer Arbeit und insbesondere im Kontext des No Border Camps Köln zu reflektieren.

Unten findet ihr die ganze Einladung und den Programmvorschlag

 

Hello,

No Border Berlin invites you to the next networkung meeting, this saturday, 30.06.2012 in order to reflect upon structures of dominance and powerrelations within racism-critical work and especially in the context of the No Border Camp Cologne.

Beneath you’ll find the invitation and the program-suggestion

 

Hola,

No Border Berlin les invita a la proxima reuinion de interconecion, ese sabado 30.06.2012 para reflexionar estructuras de dominancion y relaciones de poder en el trabajo racismo-critico y especialmente en el contexto del Campamento No Border Coloña.

Abajo encuentráran la invitacion y la propuesta del programa.

 

Bonjour,

No Border Berlin vous invite à la réunion suivante networking, ce samedi, 30.06.2012, afin de réfléchir sur les structures de domination et les relations de pouvoir en travail racisme-critique et en particulier dans le contexte de la camp No Border Cologne.

En bas vous trouverez l’invitation et le programme-suggestion

Programm No Border Berlin (30.6.12)

Einladung/ Invitation/ Invitacion

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